Rückblick und beste Wünsche
Rückblick auf 2025 und beste Wünsche zum Jahresausklang
Im zu Ende gehenden Jahr 2025 hat sich bei der Arbeitsstelle für linguistische Gesellschaftsforschung einiges getan: Nicht nur gab es personelle Veränderungen – Dr. Sina Lautenschläger ist aus der Elternzeit auf die Stelle der Projektmanagerin zurückgekehrt – und einen neu konzipierten Instagram-Auftritt, sondern es konnten auch einige Projekte neu angestoßen und andere erfolgreich abgeschlossen werden.
Diskursräume, ein Kooperationsprojekt der AlGf mit dem Theater Magdeburg, befindet sich gerade in der abschließenden Phase und hatte sein Highlight am 12.06.2025: An diesem Tag fand im Schauspielhaus Magdeburg, immerhin deutsches Theater des Jahres 2025, die Performance Dies, das, Ananas. Diskursräume: Stimmen aus Magdeburg statt.
Zuvor waren Studierende der OvGU im Rahmen eines aus dem AlGf-Projekt finanzierten Master-Seminars auf den Straßen Magdeburgs unterwegs, um in ausführlichen Interviews mit ausgewählten Gesprächspartnern sowie solchen auf der Straße in zufälligen Begegnungen mit Passanten Antworten auf die Frage „Was beschäftigt die Menschen in Magdeburg?“ zu erhalten. Die so entstandene Textsammlung wurde von den Studierenden unter der Leitung von Dramaturgin Katrin Enders (Theater Magdeburg) und mit der Unterstützung von Kersten Sven Roth und Kathrin Hamann von der AlGf zu Texten geformt, die dann von den Mitgliedern des Schauspielensembles vor dem ausverkauften Casino des Schauspielhauses zum Leben erweckt wurden. Dieser Abend ist allen Beteiligten in sehr positiver Erinnerung geblieben und lässt sich mit einer Aussage aus dem Publikum gut zusammenfassen: „Genau das hat Magdeburg gebraucht!“
Auch das Kooperationsprojekt Rassistische und diskriminierende Sprache, das im April 2023 gestartet war und zwischen der AlGf, dem Ministerium für Inneres und Sport und der Fachhochschule Polizei Sachsen-Anhalt geschlossen wurde, konnte im Mai 2025 planmäßig beendet werden. Das operativ von Kathrin Hamann (mit Unterstützung von Elena Bernhofer) durchgeführte AlGf-Workshop-Projekt konzentrierte sich auf den Themenschwerpunkt rassistische Diskriminierung und hatte das Ziel, bei den Teilnehmenden ein größeres Bewusstsein für die Wirkung von Sprache zu schaffen und sie auf dieser Grundlage für die gewaltvolle Nutzung von Sprache, insbesondere vor dem Hintergrund der besonderen Herausforderungen der polizeilichen Arbeit, zu sensibilisieren. An insgesamt 85 Workshops haben ca. 1020 Polizei-Beamt*innen teilgenommen – und wie die ausführliche Evaluation unter den Teilnehmenden zeigt, empfanden nicht zuletzt diese selbst das Projekt als vollen Erfolg.
Außerdem konnten zwei weitere Einzel-Workshops durchgeführt werden: Im Juni fand der vom Badischen Sportbund beauftragte Online-Workshop zum Thema Sprache und Diskriminierung im sportlichen Kontext statt, der einen Schwerpunkt bei Sexismus setzte. Ziel war es auch hier, nicht nur zu zeigen, wie Sprache, Sprachgebrauch und Wirklichkeitswahrnehmung zusammenhängen, sondern insbesondere auch dafür zu sensibilisieren, was sprachlicher Sexismus überhaupt ist, wie er sich (insbesondere im Kontext von Sport) zeigen kann und warum auch „nicht böse gemeinte“ Äußerungen verletzend und diskriminierend sein können.
Mit einem anderen Zuschnitt, aber auch zum Thema sprachlicher Sexismus, fand im November an der Uni Göttingen der Sexismus-Lots*innen: Train-the-Trainer-Workshop statt. Ursprünglich war dieser Workshop nur als OvGU-interner Workshop angelegt, um Studierende der OvGU für sprachlichen Sexismus im spezifischen Uni-Kontext zu sensibilisieren, wurde nun aber auch für Studierende und Uni-Angehörige von anderen Universitäten geöffnet und wird am jeweiligen Universitätsstandort durchgeführt. Der Train-the-Trainer-Workshop richtet sich dabei primär an Studierende und hilft dabei, Unsicherheiten und Problemfällen im Zusammenhang mit Sexismus kompetent zu begegnen und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Das im Workshop erlernte Wissen und die dort erworbenen didaktischen Kompetenzen ermöglichen es den Teilnehmenden, an ihrer jeweiligen Universität Peer-to-Peer-Workshops zu geben und so über dieses wichtige gesellschaftliche Thema eigenständig und auf Augenhöhe mit Kommiliton*innen in Austausch zu treten und Erfahrungen zu teilen.
Schließlich hat die AlGf gemeinsam mit der AG Sprache in der Politik und der Jungen Akademie im unmittelbaren Vorfeld der Bundestagwahl im Museum für Kommunikation in Berlin eine Tagung zur Rhetorik des Wahlkampfs veranstaltet, der zu diesem Zeitpunkt auf seinem Höhepunkt war. Den Anspruch, die Perspektiven der linguistischen Gesellschaftsforschung und ihre Expertise unmittelbar in den öffentlichen Diskurs einzubringen, hat diese Veranstaltung unserem Verständnis nach in besonderem Maße erfüllt.
Und schließlich hat das Team mit einem immer größer werdenden Kreis von Kooperationspartnern in 2025 eine ganze Reihe von vielversprechenden Projekten entwickelt und vorbereitet, von denen die ersten direkt zum Jahresbeginn 2026 starten werden. Wir blicken entsprechend überaus zufrieden auf ein ereignis- und arbeitsreiches Jahr zurück und wollen all denen, mit denen wir entweder kooperieren durften oder die unsere Arbeit mit wohlwollendem Interesse begleitet haben, ganz herzlich danken.
Nun wünschen wir Ihnen einen erholsamen und besinnlichen Jahresausklang und dann einen guten Start ins Jahr 2026!
Ihr AlGf-Team
Übersicht
- 19.12.2025 14:04: Rückblick und beste Wünsche
- 07.07.2025 8:35: AlGf Zwischenruf: Die Fahne auf dem Zirkuszelt
- 25.01.2025 13:54: AlGf Zwischenruf: Wenn alle nur noch mit der AfD reden
- 09.01.2025 7:39: Einladung: Tagung "Sprache und Rhetorik des Bundestagswahlkampfs"
- 19.12.2024 9:37: Neues aus der AlGf und beste Wünsche zum Jahresausklang
- 09.11.2024 17:12: AlGf Zwischenruf: Begriffe in Unordnung
- 26.08.2024 8:35: AlGf Zwischenruf: Omas Schlagerwelt ist in Gefahr
- 23.07.2024 9:44: Die AlGf wünscht einen erholsamen Sommer!
- 23.05.2024 20:56: Personeller Zuwachs und Podcast-Projekt
- 20.10.2023 15:48: AlGf Zwischenruf: Kampf um Glaubwürdigkeit
- 05.07.2023 11:39: AlGf Zwischenruf: Die Chance eines beinahe übersehenen "Trotzdem"
- 15.04.2023 10:23: AlGf Zwischenruf: Lasst uns über den Westen reden!
- 21.12.2022 14:26: Was uns 2022 beschäftigt hat...
- 30.09.2022 15:48: Zum Tag der Deutschen Einheit: Wir müssen ein Gespräch über den Westen beginnen...
- 19.07.2022 14:27: AlGf Zwischenruf: Die Rückkehr des Pathos
- 16.05.2022 11:00: Sprache und Krieg - Antwortversuche der Linguistischen Gesellschaftsforschung
- 10.03.2022 15:55: Aus aktuellem Anlass: Sprache im Krieg
- 26.02.2022 18:37: AlGf Zwischenruf: Die eigenen Fehler - über die Gefahren eines naheliegenden Topos
- 01.11.2021 15:34: AlGf Zwischenruf: Gott* ist auch nur ein Mann
- 06.10.2021 9:43: AlGf Zwischenruf: Lautstarkes Schweigen
- 29.09.2021 9:26: Tagung, Beirat, Wahl - Aktuelles aus der AlGf
- 04.08.2021 9:28: "Im Gespräch bleiben" - Einladung zur 1. AlGf-Tagung (7.10.2021)
- 30.07.2021 11:28: AlGf Zwischenruf: Warum uns 'das N-Wort' nicht weiterhilft
- 19.05.2021 13:27: AlGf Zwischenruf: Nur linguistische Belege?
- 26.04.2021 12:55: AlGf Zwischenruf: Kind oder Hund?
- 23.04.2021 17:13: AlGf im Interview
- 26.03.2021 17:20: AlGf Zwischenruf: Sprechakt mit Kollateralschaden?
- 24.03.2021 10:05: AlGf im Interview
- 03.03.2021 10:07: AlGf Zwischenruf: Herausforderung Impfdiskurs
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