Tabus – warum wir sie brauchen und manche brechen

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Warum brauchen Gesellschaften Tabus? Und wann wird es wichtig, sie zu hinterfragen? Über gesellschaftliche Normen, Tabubrüche und die Rolle von Sprache redete Kristin Kuck am 23.04.2026 in der SWR-Kultur-Sendung „Das Wissen“.

Im Interview erklärte Kristin Kuck Tabus als gesellschaftliche Meidegebote, die weniger auf formalen Verboten als auf sozialen Konventionen beruhen. Tabubrüche seien dementsprechend Überschreitungen gesellschaftlicher Regeln, die häufig mit der Angst verbunden seien, ausgeschlossen oder stigmatisiert zu werden.

Anhand verschiedener Beispiele thematisierte die Sendung, wie Tabus gesellschaftliches Zusammenleben strukturieren, zugleich aber auch Ausgrenzung verstärken können, etwa im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit, Sexualität oder körperbezogenen Themen. Kristin Kuck erläuterte zudem, wie Tabus sprachlich angezeigt werden: Häufig werde etwas nicht direkt ausgesprochen, sondern durch Metaphern, Umschreibungen oder allgemeinere Formulierungen ersetzt.

Auch der Begriff der Tabuisierung selbst wurde im Interview aufgegriffen. Gerade in politischen Diskursen werde der Vorwurf häufig strategisch verwendet, um den Eindruck zu erzeugen, bestimmte Positionen dürften nicht mehr geäußert werden. Gleichzeitig, so Kuck, brauche jede Gesellschaft auch Tabus, um gemeinsame Werte und schutzbedürftige Gruppen zu verteidigen.

Zum Interview geht’s hier